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Ausschnitt aus meinem Gemälde
"Weyertor / Außenseite”

Weyertor Außenseite 2

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war der zweite Stadtgraben vor der landseitigen Mauer fertig.
Von da an hatte der Feind folgende Hindernisse zu überwinden, um in die Stadt zu gelangen:
Palisaden und dicht bewachsene Dornenhecken, dahinter kam ein bis zu acht Meter tiefer Gaben ebenfalls mit Büschen bewachsen, dann musste mehrere Meter zum Wall hochgeklettert werden, da waren  wieder Palisaden mit dichten Dornenhecken zu bezwingen. Ein paar Meter weiter ging es geradeaus, dann wieder einige Meter herunter in den Mauergraben, von dort schräg hoch zum Fuß der Stadtmauer. Natürlich alles durch Busch und Unterholz.
Bei dem ganzen Unternehmen musste eine Leiter mitgeschleppt werden, um auch oben auf die Mauer zu gelangen. Man wollte ja schließlich  nicht nur blöde unten rumstehen.
In Kettenhemden gerüstet, mit denen man in den Dornenhecken hängen blieb, wurde das Ganze besonders schwierig. Dazu kam noch der  Dauerbeschuss durch die kölner Bogenschützen, die oben auf der Stadtmauer standen.  Das konnte nicht gelingen. Es gab auch nur  zwei bis drei halbherzige, gescheiterte Versuche. Diese Verteidigungsanlage  hat Köln 700 Jahre vor allen Feinden geschützt.


Ausschnitt aus meinem Gemälde
"Weyertor / Innenseite”

Weyertor Innenseite 2

Draußen vor der Mauer floss  ein kleiner Bach,  durch den waren Schlammgruben und kleinere Tümpel, genannt Weyer, entstanden.
Hier am Weyertor gab es  eine von fünf kölner Bauernbänken. Dies waren zünftig organisierte Zusammenschlüsse der dort ansässigen Hofbesitzer. Sie regulierten gemeinsam ihre Interessen und Anliegen. So auch ihre Streitigkeiten, seien es Grenzfestlegungen ihrer Felder oder Preisabsprachen oder ähnliches. Sie waren wie alle fünf kölner Bauernbänke im Besitz der niederen Gerichtsbarkeit, konnten also Regelverstöße selbst bestrafen. In den Torbögen , in denenihre Versammlungen stattfanden, waren Halsketten angebracht, die zur Durchsetzung einer Art Prangerstrafe nötig waren. Ein Missetäter wurde dort angekettet, solange wie im Urteil festgelegt wurde, und jeder, der durch das Tor ging, durfte ihn mit Mist bewerfen und beschimpfen.

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